„Immer“ und „Nie“?

Tod und Leben steht in der Gewalt der Zunge, und wer sie liebt, der wird ihre Frucht essen. (Sprüche 18,21; SCHL)

Die Psychologen geben uns den eindrücklichen Rat, in einem Streitgespräch die Wörter „immer“ und „nie“ unbedingt zu vermeiden. Denn sie seien objektiv nicht wahr: Niemand würde etwas „immer“ oder „nie“ tun.

Damit haben sie zweifelsfrei recht, doch es ist eine leere, hohle Erkenntnis, die am eigentlichen Kern des Problems vorbeigeht: Wenn ich in einem Streit die Worte „immer“ oder „nie“ gebrauche, bin ich mir sehr wohl bewusst, dass diese Worte objektiv nicht der Wahrheit entsprechen. Es geht mir auch nicht darum, einen objektiven Zeitbegriff zu definieren, sondern um meine Gefühle.

Ich fühle mich alleingelassen, immer und immer wieder, ich fühle mich nicht unterstützt, zu keinem Zeitpunkt.

Und, Freunde, Tatsache ist, dass man über Gefühle nicht streiten kann. Sie sind da, ob sie nun objektiv wahr oder richtig sind, spielt dabei keine Rolle. Denn meine Gefühle sind real und damit nicht wegzudiskutieren.

Fängst Du nun an, mit Deinem Partner über Worte zu streiten, ignorierst Du die Gefühle, die sich hinter diesen Worten verbergen. So wirst Du keinen Streit lösen, ganz im Gegenteil, Dein Gegenüber fühlt sich noch mehr unverstanden…

Auch die Bibel können wir nicht lesen, wenn wir uns nicht von Bildern und Vorstellungen, die wir über einzelne Worte und Zusammenhänge haben, lösen und hinterfragen, was eigentlich gemeint ist. Welches Bild hatte GOTT im Kopf, als Er genau diese Worte in die Bibel aufnahm, was ist der Kern von dem, was Er uns eigentlich sagen möchte. Und glaub mir, GOTT hat jedes einzelne Wort mit Bedacht gewählt. Unsere eigenen Vorstellungen stehen uns bei der Erkenntnis von GOTTES Wort nur im Weg. Erst in dem Moment, wo wir anfangen, die Dinge mit Jesu Augen zu sehen, werden wir klar sehen und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.

Viel zu viele Menschen pressen Jesus in ihr eigenes, kleines Weltbild, passen das Bild Jesu ihren eigenen Vorstellungen an.

So kann man aber weder mit der Bibel noch mit Jesus oder irgendeinem anderen Menschen umgehen. Wir sind aufgefordert, die eigenen, selbstgefertigten Bilder und Vorstellungen, die wir haben, zu hinterfragen, und, um es mit den alten Indianern zu sagen: „Eine Meile in den Mokassins des Anderen laufen“, oder, um es mit einem Filmtitel auszudrücken: „In den Schuhen meiner Schwester“.

Jesus selbst spricht davon, mit unserem Gegenüber, ja sogar mit unserem Feind, die zweite Meile zu gehen (Matthäus 5,41). Erst wenn wir uns bemühen, verstehen zu wollen, was uns unser Gegenüber und damit auch die Bibel, uns eigentlich sagen will, welches Bild er gebraucht und nicht von dem Bild in meinem Kopf auszugehen, dann erst wird wahre Kommunikation möglich. Kommunikation und Vertrauen sind aber der Grundstock einer jeden wahren, lebendigen Beziehung. Für diese Art von Beziehung gibt es einem Namen: Liebe!

So lasst uns in dieser Liebe leben, die zwei Meilen in den Mokassins unseres Gegenübers laufen und damit zu versuchen, ihn zu verstehen. Und genau so werden wir dann diese Welt ein klein wenig besser hinterlassen, als wir sie vorgefunden haben…

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