Unverdiente Gunst!

Sind wir aus der Gnade gefallen?

Denn wenn Ihr durch das Gesetz vor GOTT bestehen wollt, seid Ihr von Christus getrennt und aus GOTTES Gnade gefallen. (Galater 5,4; NLB)

Johannes schreibt in seinem Evangelium (1,17), dass das Gesetz durch Mose gegeben wurde, die Gnade und Wahrheit aber durch Jesus Christus geworden ist.

Paulus macht in unserem Eingangsvers aus dem Brief an die Galater deutlich, dass man nur eines von beiden haben kann: Entweder will ich durch das Gesetz vor GOTT bestehen oder ich lebe aus der Gnade, der unverdienten Gunst, die GOTT mir schenkt, auf der Grundlage des Kreuzes, durch das Opfer Seines Sohnes.

Ja, unser GOTT denkt des Öfteren schwarz/weiß: Es gibt nur Himmel oder Hölle, dazwischen ist nichts. Es gibt die, die Jesus vertrauen und Seine Gnade annehmen und die anderen, die das nicht getan haben, diese sind unter dem Gesetz.

Nun, wenn wir die Wahl haben, entscheiden wir uns doch für die Gnade, oder? Wer möchte schon unter einem Fluch stehen? Denn zwei Kapitel vorher im Galaterbrief (3,10) weist Paulus unmissverständlich darauf hin, dass jeder, der auf das Gesetz vertraut, unter einem Fluch steht. Ich kann mir nicht aussuchen, welche Gebote ich halten will, ich muss das ganze Gesetz halten, alle 613 Ge- und Verbote aus der Thora, den 5 Büchern Mose. Übertrete ich nur eines, so bin ich am ganzen Gesetz schuldig geworden, daran lässt Jakobus in seinem Brief nicht den geringsten Zweifel (2,10)! Es hat aber, seit das Gesetz durch Mose gegeben wurde, nur einen Menschen gegeben, der in der Lage war, das gesamte Gesetz zu halten, also aus den Werken des Gesetzes gerecht zu werden und damit zum Leben einzugehen. Diese Eine war und ist Jesus Christus, der keine Sünde kannte.

Werde ich aber am Gesetz schuldig, trifft mich, wie bereits festgestellt, der Fluch, ich werde, wie GOTT es gegenüber Adam wörtlich ausdrückte „sterbend sterben“, d.h. ich werde langsam sterben, begleitet von Krankheit, Leid und Verderben.

Doch Christus hat uns vom Fluch des Gesetzes gerettet; am Kreuz nahm er den Fluch auf sich. Denn in der Schrift heißt es: »Verflucht ist jeder, der an einem Holz hängt.« (Galater 3,13; NLB)

Einem gestandenen Christen erzählt man damit nichts Neues. Und doch passiert es vielen von uns, genau wie den Galatern, dass wir aus der Gnade fallen.

Wie fällt man aus der Gnade? Durch Sünde? Nein, auf keinen Fall, denn Paulus stellt in Römer 5,20b fest: Wo aber die Sünde mächtig geworden ist, da ist die Gnade noch viel mächtiger geworden.

Nein, aus der Gnade fällt man, wenn man sich unter das Gesetz stellt, in dem Moment und in diesem Bereich ist man von Christus getrennt.

Das geht schneller als man denkt, z.B. indem man aus dem Zehnten ein Gesetz macht.

Das Geben des zehnten Teils seines Einkommens an GOTT ist per se kein Gesetz, denn Abraham gab Melchisedek den Zehnten 450 Jahre bevor das Gesetz gegeben wurde. Und doch machen viele Christen, darunter nicht wenige Prediger, aus dem Zehnten ein Gesetz, indem sie sich und anderen großen Segen versprechen, wenn nur fleißig der Zehnte gegeben wird. Wenn wir aber GOTT verpflichten, uns auf Grund unserer Werke Gutes zu tun, dann sind wir schon aus der Gnade gefallen, wir stehen unter dem Gesetz, weil wir GOTTES unverdiente Gunst, Seine Gnade, eintauschen gegen die Gerechtigkeit, die aus den Werken, also dem Gesetz, kommt. Ich bin so von Christus getrennt und stehe unter dem Fluch, der nicht selten den Segen, den ich mir selbst erarbeitet habe, relativiert.

Gleiches gilt für das Gesetz von Saat und Ernte. Stelle ich mich unter dieses Gesetz, tue ich also gute Werke, weil ich von GOTT erwarte, im Prinzip sogar fordere, selbst dadurch gesegnet zu werden, werde ich den Fluch des Gesetzes ernten.

GOTTES Segen, Seine Gnade und Gunst, ist per Definition und Kraft des Kreuzes immer unverdient. Keines unserer Werke wird GOTT dazu bringen uns mehr oder weniger zu segnen und zu lieben als Er es ohnehin schon tut und in alle Ewigkeit tun will.

Mein Leben ist das beste Beispiel dafür: Nach meiner Psychose habe ich 10 Jahre buchstäblich nur auf dem Sofa gelegen und nichts, wirklich absolut nichts getan. Trotzdem wurde ich in dieser Zeit mehr als überreichlich gesegnet.

So wollen wir denn von Jesu Gnade erzählen, die uns und diese Welt frei macht…

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