Ich bin Jude, oder?

Gedanken zum Römerbrief – Kapitel 2

Denn nicht der ist ein Jude, der es äußerlich ist, auch ist nicht das die Beschneidung, die äußerlich am Fleisch geschieht; sondern der ist ein Jude, der es inwendig verborgen ist, und die Beschneidung des Herzens ist eine Beschneidung, die im Geist und nicht im Buchstaben geschieht. Dessen Lob kommt nicht von Menschen, sondern von GOTT. (Römer 2,28f)

Auch im 2. Kapitel des Römerbriefes geht es um das Gesetz, insbesondere um die Unvereinbarkeit von Gesetz und Gnade.

Paulus macht dies an einem Streitfall unter den Christen der Urgemeinde deutlich. Es geht um die Beschneidung. Das Gesetz fordert von den männlichen Juden, dass sie am 8. Tag beschnitten werden, als sichtbares Zeichen für den Bund, den GOTT mit Seinem Volk, den Juden, geschlossen hat.

In der ersten Gemeinde haben nun einige Juden, die Christus nachfolgten, von allen männlichen Christen, also auch den Nichtjuden, verlangt, dass sie sich beschneiden lassen. Dagegen wehrt sich Paulus vehement.

Er argumentiert, dass die wahre Beschneidung nicht mehr körperlich am Fleisch erfolgt, sondern eine geistliche ist, nämlich die Beschneidung des Herzens. Es geht unter der Gnade nicht mehr darum, das Gesetz, den Buchstaben, zu befolgen, sondern sich ein neues Herz schenken zu lassen (z.B. Hesekiel 11,19), also im Geist zu leben.

Dieses neue Herz bekommen wir in dem Moment, wo wir unser Leben Jesus anvertrauen. Es muss in der Liebe Jesu allerdings noch wachsen und reifen. So ist das Geschenk des neuen Herzens gleichzeitig ein Prozess.

Die Frage, die GOTT uns stellt, ist: Sind wir bereit, unser Herz täglich beschneiden zu lassen, es täglich auf Jesus auszurichten und es Ihm ganz zu unterstellen?

Wenn die Bibel vom Herzen spricht, müssen wir wissen, dass im biblischen Sinne, bei den Juden, das Herz nicht ausschließlich Sitz der Gefühle ist, wie wir Europäer es definieren. Nein, für den Juden und die Bibel ist das Herz der Sitz unseres Seins: Unseres Verstandes, unseres Willens und Gewissens. Den Sitz der Gefühle sieht die Bibel in den Nieren (ich gebe zu, für uns Europäer ein etwas merkwürdiger Gedanke…).

Lassen wir nun unser Herz beschneiden, wie Paulus es empfiehlt, machen wir damit deutlich, dass wir zu GOTTES Volk gehören, mit Abraham zum Vater (Römer 4,11-17), wir sind eingepfropft in den edlen Ölbaum Israel (Römer 11,17ff). So wird aus jedem, der Jesus nachfolgt, ein Jude, Angehöriger des heiligen Volkes GOTTES. Mit den Juden erben wir auch den Segen GOTTES, den Er Seinem Volk versprochen hat, Kraft des Opfers von Jesus am Kreuz. Damit sind wir in den neuen Bund eingetreten, dem Bund der Gnade und damit gleichzeitig dem Gesetz abgestorben.

Jeder Christ sollte in jedem Juden seinen Bruder sehen, und, wie ein wahrer Bruder ihm auch zur Seite stehen, für sein Glück und Wohlergehen beten. Dies gilt gerade in diesen Zeiten, wo der Antisemitismus in Politik und Gesellschaft wieder salonfähig geworden ist, wo diese Welt den Arabern nach dem Munde redet, weil sie deren Öl braucht, und noch nicht einmal bereit ist, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen.

Der Wind wird rauer, er steht uns entgegen, uns, den Juden und uns, den Christen. Nur vereint werden wir gegen den Strom schwimmen und uns gegen diese gottlose Welt stemmen können. Tun wir dies in der Liebe Jesu, werden wir diese Welt verändern und sie somit ein ganzes Stück besser hinterlassen, als wir sie vorgefunden haben…

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