Jesus@home: Fortschritt statt Perfektion

In wessen Augen spiegeln wir uns?

Durch Deine Nachkommen werden alle Völker der Erde gesegnet sein. (1. Mose 26,4b; NLB)

Am Freitag hatten wir sehr schöne Gemeinschaft beim Bibel-Coaching. Sehr wertvoll und sehr tiefgehend und das Thema, was wir heute auch im Gottesdienst aufgreifen wollen, ist: Fortschritt statt Perfektion. Wir haben in unserem Austausch festgestellt, dass es nicht ein Ideal gibt, dem man versucht, mit Perfektion nahezukommen, sondern dass jeder quasi einen individuellen Maßstab hat für Perfektion und dass das auch ganz unterschiedliche Bereiche betreffen kann. Und häufig ist dieser Maßstab, den man an sich selbst und manchmal auch an andere legt, schon früh geprägt worden durch die Art und Weise, wie Menschen uns begegnet sind und an diesem schwierigen Punkt wollen wir jetzt nochmal ansetzen und schauen, was die Bibel dazu sagt und wie Gottes Haltung ist uns gegenüber.

Nobody is perfect. Jeder von kennt diesen Satz und indem wir ihn aussprechen, geben wir zu, dass es ein „Perfekt“ gibt. Dabei sind uns tief in unserem Herzen zwei Dinge bewusst: Wir alle streben nach dieser Perfektion und wissen doch gleichzeitig, dass sie nicht zu erreichen ist.

Von all‘ den Milliarden Menschen, die auf dieser Welt leben, die seit Beginn der Welt gelebt haben und allen, die noch geboren werden, gibt es nur einen, den Einen, der perfekt war und ist. Dieser Eine ist Jesus, der sündlos ist und doch für unsere Sünden den Verbrechertod starb, an unserer statt.

Ein Sohn fragte einmal seinen Vater, ob Jesus in Seinem Leben Fehler gemacht hätte. Der Vater gibt die Frage zurück: „Was meinst Du?“. „Ganz bestimmt hat Jesus Fehler gemacht“, antwortet der Sohn: „Wie hätte Er sonst etwas lernen sollen?“.

Nicht nur, dass jeder von uns tief in Sünde verstrickt ist, wir alle machen auch Fehler, und dies jeden Tag aufs Neue, manchmal sogar den gleichen Fehler mehrfach hintereinander.

Fehler sind in dieser Welt oft unverzeihlich, weil in dieser Welt der Erfolg und damit auch die Perfektion zum Gott erhoben wurde. In einer Beziehung aber werden wir angenehm berührt, wenn unser Gegenüber Fehler zugibt und erkennen lässt, dass er, genau wie wir, eben nicht perfekt ist.

Nun sehen wir aber unseren GOTT, unseren Vater im Himmel, sehen wir Jesus, unseren besten Freund, oft durch die Brille dieser Welt und nicht durch die Brille der Beziehungen, obwohl es genau das ist, was GOTT von uns möchte: In einer Beziehung mit uns leben. Leistungs- und Erfolgsdenken sind Ihm dabei völlig fremd, ja, widersprechen Seinem ureigensten Wesen.

Nehmen wir z.B. Abraham, der nicht nur der Vater aller Juden, sondern, lt. Paulus, auch unser Vater im Glauben ist und er wurde »ein Freund Gottes« genannt (Jakobus 2,23).

War Abraham nun perfekt oder fehlerfrei?

Nein, ganz bestimmt nicht! Er hat mit dem Dienstmädchen seiner Frau geschlafen, mit ihr ein Kind gezeugt und anschließend sie und das Kind buchstäblich in die Wüste geschickt. Zweimal hat er Könige belogen und damit das Leben seiner Frau aufs Spiel gesetzt, nur weil er Angst um sein eigenes hatte.

Und doch finden wir in der gesamten Bibel nicht einen Hinweis darauf, dass GOTT Abraham auch nur einmal getadelt hätte oder ihn gar bestraft. Nichts davon. Ein Freund GOTTES wird von Ihm nicht gemaßregelt!

GOTT, Jesus, nennt Dich und mich Seinen Freund (Johannes 15,15)!

Fangen wir nun an, ganz bewusst in dieser Freundschaft zu leben, werden wir das Leben in Fülle erhalten, wir werden an Körper, Geist und Seele gesund und mit allem versorgt, was wir zum Leben brauchen.

Wir beginnen damit, nicht mehr auf diese Welt zu hören, sondern uns in GOTTES Augen zu spiegeln, uns so zu sehen wie Er uns sieht. Dazu gehört der feste Glaube, dass dieser GOTT allezeit gut ist, nur unser Bestes will und in uns sieht!

Kein Wort des Tadels kommt uns gegenüber jemals von Seinen Lippen, niemals würde Er auch nur versuchen, die Hand gegen uns zu erheben. Alles, was Er denkt, sagt, tut und sieht ist: Liebe!

Dass wir auf diese Liebe mit Liebe antworten, ist alles, was GOTT von uns möchte, ist das Einzige, was Er von uns erwartet. Aber selbst wenn wir lieblos sind, ändert das nichts an Seiner Liebe zu uns.

In dieser Liebe zu leben setzt uns frei, frei vom „Du sollst und Du sollst nicht“ dieser Welt, von allen Erwartungen und Ansprüchen, die die Welt an uns stellt. Und letztendlich heilt sie auch unseren Perfektionismus, denn wer sich geliebt weiß, weiß sich geliebt, wie er ist, nicht wie er sein sollte…

GOTT ist die Liebe und das, auch wenn wir es schon wissen, gilt es immer wieder zu verinnerlichen.

GOTT, Du bist so gut, Du bist so gut zu uns.

Und ich denke, wir müssen bei allem, was uns passiert, bei allem, was uns widerfährt, immer davon ausgehen, dass GOTT alle Zeit gut ist. Wenn wir diese Basis verlassen dann, denke ich, begeben wir uns auf ziemlich dünnes Eis. Solange wir aber glauben, dass dieser GOTT gut ist, egal was uns geschieht, solange wir an Jesus festhalten, kann uns geschehen, was uns will, wir sind in Jesu Hand. Das ist meine feste Überzeugung.

Was mir am Freitag und auch bis heute noch so durch den Kopf geht, ist, dass es ja besonders schmerzhaft sein kann, wenn man die Anforderungen nicht erfüllen kann, die andere Menschen an einen stellen oder wenn Perfektionismus tatsächlich erwächst aus der Sicht von Menschen, die uns früh geprägt haben, die noch leben oder auch schon lange nicht mehr da sind und dennoch mit dem Bild, das sie in uns gezeichnet haben, immer noch auf uns Einfluss haben und auch Beziehungen mitbestimmen, die wir heute leben. GOTT möchte, dass unsere Beziehungen geheilt werden. Durch Jesu Opfer ist das auch möglich. Und so möchte ich euch besonders einladen, für diese Prägungen zu beten, die ihr bei Euch vielleicht auch erkennt. Wir wollen ganz bewusst um Heilung bitten von den Bildern, die uns fälschlicherweise vor Augen stehen. Wir wollen frei werden, auf Jesus zu schauen und auf GOTTES liebevolles Gesicht. Und so lade ich Euch ein, dass wir vor GOTT bringen, was uns bewegt.

Ich möchte uns jetzt den Segen zusprechen mit zwei Versen aus dem Psalm 71,2f: Du bist ein gerechter GOTT. Darum hilf mir und rette mich. Höre mein Gebet und komm mir zu Hilfe. Bring mich in Sicherheit und beschütze mich. Wie in einem Haus, in das ich jederzeit kommen kann. Du hast doch beschlossen, mich zu retten. Ja, Du bist mein schützender Fels, meine sichere Burg.

Wenn Du beim nächsten Jesus@home-Event dabei sein möchtest, dann klick Dich rein: www.jesusathome.de

Ein Kommentar zu „Jesus@home: Fortschritt statt Perfektion

  1. Als meine Kinder aus dem Haus waren, hatte ich Zeit für mich. Da stellte ich fest, dass es Menschen gab, die mich wertschätzten. Ich kam ins Nachdenken. Stimmt das wirklich oder war es nur eine freundliche Geste. Das wurde dann mein Maßstab: Stimmt es oder stimmt es nicht. Es war für mich eine große Hilfe, die Spreu vom Weizen zu trennen. Ganz automatisch stellte sich das Selbstwertgefühl ein und verdrängte das Minderwertigkeitsgefühl. Nun konnte ich mich auch so annehmen, wie ich bin. Vielleicht verbirgt sich hinter Perfektion Unsicherheit, Minderwertigkeit und weit weg von Gott.
    Bei Mose, David und Salomo hat Gott ihre Verfehlungen bestraft. Mose durfte nicht ins gelobte Land, Davids erstes Kind starb, von der Frau, dessen Mann er töten ließ, Salomos Reich verfiel, als er sich von Gott abwendete. Für mich waren diese großartigen Männer mit ihren menschlichen Fehlern, ein Bild das mir zeigte, dass auch ich niemals vollkommen sein werde.
    Ich danke meinen Gott, dass Jesus geboren, gestorben und auferstanden ist, auch für meine Sünden. So groß ist Gottes Liebe.
    In der Reha in Rensburg folgte ein weiterer Schritt. „Gott ist ein liebender Vater!“ Ganz neue Worte für mich. Diesen Gott konnte ich folgen und lieben. In seinen Augen bin ich sein geliebtes Kind. „ER hat mich zuerst geliebt!“ Das ist etwas ganz Großartiges. Es gab nur eins, diese Liebe anzunehmen und weiterzugeben. ER gibt so reichlich von seiner Liebe, dass meine Hände nicht leer werden, zum Verschenken.
    Natürlich ging das nicht von heute auf morgen, sondern Schritt für Schritt. Ich glaube, wenn ich 100 Jahre alt werde, gäbe es immer noch vieles zum Dazulernen. Nach bestem Wissen und Gewissen, will ich in Seinem Namen leben. Denn ER schaut auf das Wollen zuerst und hilft beim Können. Ich bin froh, diesen Weg gehen zu dürfen, ganz ohne Angst, vor nichts und niemandem. Denn ER ist ein liebender Vater und sorgt für mich. Mehr brauche ich nicht. Die Vögel unter dem Himmel und die Lilien auf dem Felde sind in Seiner Fürsorge, wie könnte ER seine Menschen vergessen?

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