Es tut so weh…

Gedanken zur Tageslosung

[Der HERR] heilt, die zerbrochenen Herzens sind, und verbindet ihre Wunden. (Psalm 147,3)

Das größte Problem, dass ich habe, ist, dass ich unter Ablehnung leide. Das geht schon mein Leben lang so, und es möglich, dass es schon vor meiner Geburt angefangen hat. Zuhause habe ich mich nie zuhause gefühlt und habe auch kam Erinnerungen an meine Kindheit. Ich erinnere mich daran, wie meine Mutter mir erzählte, welche Schmerzen ich ihr beim Stillen bereitet habe, ich erinnere mich nicht daran, dass sie mir erzählt hätte, welch ein Wonneproppen ich war, ich erinnere mich nicht daran, in den Arm genommen worden zu sein, dass mir übers Haar gestreichelt wurde oder ich einen Kuss bekommen hätte…

Bis vor ein paar Jahren habe ich fest daran geglaubt, dass ich ein hässliches Kind war, weil niemand mit mir zusammen sein wollte. Ja, bis meine Mutter mir vor einiger Zeit ein Album mit Bildern aus meiner Kindheit und Jugend geschickt hat: Mann, war ich ein hübsches Kerlchen…

Verletzungen beeinflussen unser Leben, in einem nicht unerheblichen Maße. Und doch gibt es wohl niemanden unter uns, dessen Herz nicht verletzt wurde und den diese Wunden nicht bis heute beeinflussen.

Finden wir dann Jesus, bitten wir Ihn um Heilung, und die hat Er ja auch, wie in unserem Psalmvers, zugesagt.

Streckt aber Jesus Seine Hand aus, um unsere Wunden zu verbinden, schreien wir vor Schmerz auf und schrecken zurück, denn jede Berührung tut so unendlich weh…

Heilung ist in den meisten Fällen aber ein Prozess, geschieht also selten von heut auf morgen. Es ist ein Prozess, dem wir uns stellen müssen und ja, er ist mit Schmerzen verbunden. Stellen wir uns diesem Schmerz aber nicht, werden wir auch keine Heilung erfahren. Ich muss schon Jesus mein Herz hinhalten, damit Er es verbinden kann…

Die Heilung des Herzen beginnt i.d.R. damit, dass ich anfange, ehrlich zu sein, ehrlich mir selbst gegenüber, meinem Nächsten und vor allem meinem GOTT gegenüber, und was zu vergeben ist, gebe ich in die Vergebung. Ich höre auf, anderen, den Umständen oder gar GOTT die Schuld in die Schuhe zu schieben und übernehme die Verantwortung, denn, auch wenn ich aus Schmerzen heraus reagiere und agiere, entbindet mich das nicht meiner Verantwortung.

Stelle ich mich meiner Verantwortung und meinem Schmerz, dann geschieht Heilung, ganz so, wie Jesus es versprochen hat, nicht von heut auf morgen und es mögen Narben zurückbleiben, aber es wird besser, Tag für Tag…

Und das ist es, was ich mir für uns wünsche, für Dich und für mich: Dass wir unseren Jesus machen lassen, denn er weiß…

Sicherlich bist auch Du verletzt, hast vielleicht gesagt: „Nie wieder!“. Aber im „Nie wieder“ ist keine Heilung, die gibt es nur, wenn wir uns dem Schmerz stellen. Wenn Du Dich nicht alleine auf diesen Weg machen möchtest, dann schau doch mal vorbei, in unserer kleinen Online-Gemeinde Jesus@home

2 Kommentare zu „Es tut so weh…

  1. Ablehnung habe ich auch zu spüren bekommen. Vom 4. Lebensjahr bin ich schwerhörig. Hören war und ist anstrengend und nicht alles habe ich verstanden. So muss wohl auch mein Gesichtsausdruck gewesen sein und ich wurde von allen als doof eingestuft.
    in der Schule habe ich vieles nicht verstanden. Ich musste vorne sitzen, aber meine Lehrerin ging sehr oft durch die Klasse nach hinten. So wurden Rechnen und Lesen meine Lieblingsfächer, da brauchte ich nicht viel hören.

    Zu Hause war meine Schwester der Liebling. Erst sehr viele Jahre später erfuhr ich, dass meine Schwester seelisch krank war und besondere Aufmerksamkeit brauchte. Da hatte ich eine eigene Familie und habe sehr darauf geachtet, keines von meinen drei Kindern vorzuziehen.

    Mein Mann hatte auch eine sehr schwierige Kindheit. Er war zwar blond und hatte blaue Augen, was in der damaligen Zeit bevorzugt wurde, aber von der Hüfte ab war sein Körper weniger ausgewachsen. Er war Legastheniker, wofür es von keinem Verständnis gab. Er hatte viel zu leiden. Aber als er seine Prüfung als Maschinenbauer bestand, ist er zur See gefahren, um seiner Familie zu entfliehen. An Bord hatte er einen gütigen Kapitän, der ihm so manches zeigte und lehrte, wie z. B. mit Messer und Gabel zu essen.

    Als mein Mann starb, kam Mutti alle Tage zu mir, für 10 Min. „Ich will nichts essen und nichts trinken, ich will nur wissen, wie es dir geht“, waren ihre Worte. Sie hat mir so viel Kraft gegeben und unsere Beziehung wurde wunderbar und blieb es bis zum Ende.
    Sie erzählte auch von ihrer Kindheit. Ihr Vater war Förster. Sie hat Kühe gehütet, ist sieben Kilometer bis zur Schule gegangen, hin und zurück, im Sommer wie im Winter. Zu ihrer Zeit waren Kinder dazu da, um zu arbeiten. Streicheleinheiten und dergleichen gab es nicht. Wie konnten Mutti und ich etwas geben, das wir nicht kannten?
    Mit 16 Jahren hatte sie eine schwere OP hinterm Ohr, das war damals eine Herausforderung. Der Arzt sagte: Sie hat einen Herzfehler, mit dem sie sehr alt werden kann, wenn sie danach lebt. Mutti wurde fast 89 Jahre alt.

    Mein Vater wollte mir ein Auto schenken. Ich wollte es nicht haben. Ich wollte nicht gekauft werden. Mutti redete mir gut zu. Immer wieder, bis ich sagte: „Gut, aber wir fahren nur, wenn du mitkommst.“ Strahlend schaute sie mich an und sagte: „Das werde ich ganz bestimmt machen.“ So wurde auch die Beziehung zu meinem Vater gut.

    Der „Gelassenheitsspruch“ von Al-Anon ist mir bis heute wertvoll:
    Gott gebe mir die Gelassenheit,
    Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
    den Mut, Dinge zu ändern,
    die ich ändern kann,
    und die Weisheit,
    das eine von dem anderen zu unterscheiden.

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