Warum sehe ich kein Licht?

Wenn Du die Augen vor der Dunkelheit verschließt, kannst Du auch das Licht nicht sehen.

Überlebt ein Strauß, wenn er den Kopf in den Sand steckt…?

[Da ist] ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in Euren Herzen. (2. Petrus 1,19b)

Es gibt nicht wenige Christen, die meinen, wenn sie mit Jesus gehen, dann wäre alles Licht, sie verleugnen die Dunkelheit. Diese Christen glauben z.T., wenn Dunkelheit in ihr Leben bricht, dass sie dann etwas verkehrt gemacht haben, nicht fest genug geglaubt, vertraut oder gebetet zu haben.

Aber das Leben mit Jesus bedeutet nicht die Abwesenheit von Leid, ganz im Gegenteil, je näher wir unserem Jesus kommen, desto größer der Gegenwind, desto heftiger die Angriffe des Feindes. Jesus, Paulus, ja, die gesamte Bibel weisen immer wieder auf diese Tatsache hin. Schau Dir die Frauen und Männer der Bibel, unsere Glaubenshelden, doch an: Was haben sie nicht alles durchgemacht. Jesus selbst hat den höchsten Preis gezahlt, Ihm war so Angst und Bange davor, dass Blut aus Seiner Stirn trat wie Schweiß.

Warum glauben wir also, wir kommen um das Leid herum, warum meinen wir, die Augen vor der Dunkelheit verschließen zu müssen, wie ein Baby, das glaubt, wenn es sich die Augen zuhält, wird es nicht gesehen, wie ein Vogel Strauß, der meint, wenn er den Kopf in den Sand steckt, trifft ihn das Unheil nicht?

Ist uns klar, dass, wenn wir die Augen schließen, wir auch das Licht nicht mehr sehen?

Sicher, wir können mit geschlossenen Augen hell und dunkel unterscheiden, und mit geschlossenen Augen sehen wir das Dunkle, die Fehler des anderen, besonders gut. Jemand sagte mir kürzlich, er hätte eine Aura, mit der er schlechte Menschen erkennen könne. Welch ein Unsinn, jeder Mensch kann in jedem anderen Menschen die Fehler sehen, das ist keine Kunst. Nur die Liebe deckt die Fehler zu, versteht, vergibt und verzeiht…

Aber das, was wir bei geschlossenen Augen als Licht empfinden, ist nur ein schwacher Schein, ein Abglanz, das eigentliche Licht sehen wir nicht.

Und so kommt es, dass wir über kurz oder lang enttäuscht sind, denn der Schein ist ja nicht das Licht, das Jesus uns versprochen hat und kann daher die Versprechungen des Lichts auch nicht halten.

Anstatt die Augen zu öffnen, in das wahre Licht zu schauen und sich der Dunkelheit zu stellen, tun wir nun besonders fromm. Wir erzählen jedem, ober er es hören will oder nicht, wie gut es uns doch mit unserem Jesus geht, wieviel Freude wir haben und das die Dunkelheit so weit weg ist. Anstatt zuzugeben, enttäuscht zu sein, schrauben wir unsere Erwartungen soweit herunter, bis wir nichts mehr erwarten, weil wir die Enttäuschung, die manchmal mit Erwartungen verbunden sind, nicht ertragen. Denn es kann ja nicht sein, was nicht sein darf!

Wer nichts mehr erwartet, wer nichts mehr bittet, empfängt auch nichts. Es ist und bleibt unmöglich mit geschlossenen Augen das Gute zu sehen oder zu tun. Was wäre z.B. aus Mutter Theresa geworden, wenn sie ihre Augen vor dem Leid vor ihrer Haustür verschlossen hätte?

Die Aufgabe, die wir von GOTT bekommen, und GOTT hat für jeden von uns eine Aufgabe, entsteht immer aus der Not heraus. Es ist die Not, der wir abhelfen sollen, es ist das Leid das uns formt und stärkt, nicht der Erfolg, es ist der Druck, der einen Diamanten entstehen lässt, ohne Druck bleibt es, was es ist, ein Stück Kohlenstoff…

Ich wurde kürzlich gefragt, was ich denn tue, was meine Aufgabe ist.

Nun, meine Aufgabe entsteht aus der Not, die GOTT mit Hosea teilt: Mein Volk kommt um aus Mangel an Erkenntnis (Hosea 4,6a). Dieser Not entgegenzutreten, ist die Aufgabe, die mir GOTT gegeben hat, samt allen Gaben, die ich dazu brauche. Tja, und dann sind da die, die, je mehr man sie ermutigt, umso fester ihre Augen schließen, diese sind meine persönliche Not…

Ein Kommentar zu „Warum sehe ich kein Licht?

  1. Erwartungen führen immer zu Enttäuschungen.

    1. Kor 13,13: „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei: die größte aber von diesen ist die Liebe.“

    Glaube: Mit Jesus in Beziehung bleiben.
    Hoffnung: Dass ER bei mir ist, auch in der Finsternis.
    Liebe: ER behütet und beschützt mich. ER gibt mir Frieden.

    Frieden heißt: nicht im Hass leben und nicht im Streit.
    Es heißt vor allem: nicht beunruhigt sein durch all das, was geschehen ist, was versäumt wurde durch Verschulden oder Versagen.
    Nicht beunruhigt sein durch die Erwartung, es werde auch künftig wieder eine Menge Versäumen und Verschulden geben.
    Frieden heißt: sich mit allem, was war, was ist und was kommt, den führenden Händen Gottes anvertrauen und das Wort Jesu ernst nehmen, dass es die Wehrlosen, die Geduldigen, die Leidenden und die Barmherzigen sind, die den Weg finden in Gottes Reich.

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