Gesetz oder Leben

Gedanken zum Lehrtext

Denn ich bin durchs Gesetz dem Gesetz gestorben, damit ich GOTT lebe. Ich bin mit Christus gekreuzigt. Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn GOTTES, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben. Ich werfe nicht weg die Gnade GOTTES; denn wenn durch das Gesetz die Gerechtigkeit kommt, so ist Christus vergeblich gestorben. (Galater 2,19-21)

Heute habe ich mir mal die Freiheit genommen, dem Lehrtext den Vers davor und den danach hinzuzufügen. Der eigentliche Vers ist Vers 20a, aber ich finde, es wird nur im Zusammenhang deutlich, was Paulus hier eigentlich meint.

Es geht, wie so oft bei Paulus, um den Gegensatz zwischen Gesetz und Leben, es gibt, wie er feststellt, nicht Gesetz und Leben, sondern nur Gesetz oder Leben!

Dies ist für viele Christen schwer zu verdauen, denn das Gesetz bietet scheinbar eine Freiheit, einen Rahmen, der mich schützt und mir die Richtung weist. Es ist wie ein Zaun, eine Mauer, wo ich mich innerhalb der definierten Grenzen sicher und frei fühlen kann.

Aber dies ist nur ein Gefühl, die Probleme beginnen, wenn ich anfange mich zu bewegen, auf GOTT zu und dabei dem Heiligen Geist immer mehr Raum geben möchte. Doch der hängt in meinem selbstgezogenen Zaun fest, lässt sich nicht in meine selbstdefinierten Grenzen pressen.

Unser GOTT selbst ist nämlich grenzenlos, hat kein Anfang und kein Ende, Er passt also nicht in unser abgezirkeltes, umzäuntes Gottesbild.

Will ich aber den wahren Christus finden, habe ich keine andere Wahl als zu sterben, mit Christus gekreuzigt zu werden und so dem Gesetz zu sterben. Erwecke ich aber das Gesetz wieder zum Leben, dann ist Jesus wahrlich umsonst gestorben. Soweit Paulus.

Dieses Sterben geschieht täglich, denn wie der alte Luther schon feststellte, ist der alte Mensch zwar in der Taufe ersäuft, aber „das Aas kann schwimmen…“

Und so ziehe ich jeden Tag den neuen Menschen an, ergreife das Leben in Freiheit, welches Jesus mir geschenkt hat. Ich will nicht dastehen als der, der Sein Geschenk mit Füßen tritt, in dem er das Gesetz wieder aufrichtet. Ich will nicht in mein altes Leben zurück, ich will den neuen Wein in den neuen Schläuchen, ich will die Freiheit und das Leben, für die Christus gestorben ist.

Ich sterbe jeden Tag, um mit Christus wieder aufzuerstehen und Zäune einzureißen, Grenzen zu sprengen. Ich erwarte Unmögliches von meinem GOTT, auch wenn ich manchmal verzweifle und scheitere. Lieber scheitere ich, als es gar nicht erst versucht zu haben. Denn dann bliebe immer die Frage: „Was wäre wenn?“. Was wäre wenn ich es versucht hätte, wenn ich meinem Jesus voll und ganz vertraut hätte, wenn ich den Schwierigkeiten und Hindernissen, dem Leid und der Missgunst den Kampf angesagt hätte; was hätte aus diesem „hätte“ für ein Leben werden können, selbst wenn ich scheitere?

Ich kann nicht scheitern in GOTTES Augen, der sogar meine Niederlage in einen Sieg verwandelt, gescheitert bin ich erst in dem Moment, wo ich mein bequemes Sofa, meine Komfortzone nicht mehr verlasse, ich nichts mehr erwarte, von GOTT, diesem Leben und von mir…

HERR, hilf mir Deine Größe zu erkennen…

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