Die zweite Meile

Gedanken zum Lehrtext

Da aber einer das hörte, der mit zu Tisch saß, sprach er zu Jesus: Selig ist, der das Brot isst im Reich Gottes! (Lukas 14,15)

Jesus ist bei einem angesehenen Pharisäer zu Gast zum Essen. Er spricht davon, dass, wenn man ein Festmahl hält, nicht Freunde, Verwandte und Reiche einladen soll, sondern die Armen und Verkrüppelten, die, die es einem nicht vergelten können.

Das hört nun dieser Mann, der mit Jesus am Tisch saß und spricht:  „Selig ist, der das Brot isst im Reich Gottes!“.

Tun wir, was Jesus spricht, bereiten wir dem Himmel ein Abendmahl.

Es tut der eigenen Entwicklung nicht gut, sich nur mit Seinesgleichen zu umgeben, also mit Menschen, die so denken, reden und handeln wie ich. Und am Besten noch so aussehen wie ich und das gleiche verdienen usw.

Von daher ein kluger Rat von Jesus, statt die eigenen Freunde zu füttern und auf eine Gegeneinladung hoffen, zu säen, wo eigentlich nichts zu hoffen ist.

Eigentlich, denn das Gesetz von Saat und Ernte ist ein unerschütterliches Naturgesetz. Wenn ich die Armen einlade, die, die anders sind als ich, werde ich vielleicht keine Gegeneinladung ernten, weil sie es mit nicht vergelten können, aber ich sammle einen Schatz im Himmel, in meinem Herzen, den kein Dieb rauben und kein Rost fressen kann. Und dies ist die einzige Art von Schatz, die wir nach unserem Tod mitnehmen können; alles andere bleibt hier zurück und wer weiß, in wessen Hände es fällt.

Sich ganz bewusst mit Menschen hin- und auseinander zu setzten, die so ganz anders sind als ich, erweitert unseren Geist und erwärmt unsere Seele. Wir können nur gegenseitig voneinander lernen und zusammen wachsen. Dabei achten wir auf die Gemeinsamkeiten, nicht auf das, was uns voneinander trennt. Und was uns voneinander unterscheidet, betrachten wir in aller Neugier, immer bereit, Neues dazu zu lernen; kurz: Ich erweitere meine Horizont, spanne ihn über den Himmel, denn da wird es wohl keine Cliquenbildung geben, nach dem Motto: Die Propheten nach links, die Märtyrer nach rechts…

Jetzt, im Hier und Heute, Diversität zu leben ist aktive Vorbereitung auf den Himmel, auf das, was noch kommt. Und es bereichert unser Leben in dieser Welt, in einem Maße, wie es einem, der es nie probiert hat, nicht zu erklären ist.

Liebster HERR Jesus, mein Freund und Bruder,

lass mich meine Nächsten in all‘ seinen Unterschieden, in all‘ seinem Anderssein, annehmen. Bewahre mir einen offenen Geist für das Neue, Fremde, Andere; gib mir offene Augen und Ohren, zu sehen und zu hören, was ich vielleicht noch nie in diesem Leben gehört und gesehen habe. Gib mir Hände, die bereit sind, zu helfen, zu unterstützen; gib mir Füße die mit jedem Menschen die 2. Meile in seinen Schuhen gehen. Gib mir einen Mund, voll Deiner Wahrheit, der meinen Nächsten ermutig und aufbaut, anstatt alles schlecht zu machen und mein Gegenüber runter zu ziehen

Lass uns, bei allen Unterschieden, eins seien in Dir!

Hab Dank dafür!

So ist es, so sei es: Amen!

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