Mit Markus auf dem neuen Weg – Kapitel 3

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Mordpläne (Vers 1-6)

1 Und Er ging abermals in die Synagoge. Und es war da ein Mensch, der hatte eine verdorrte Hand. 2 Und sie gaben acht, ob Er ihn am Sabbat heilen würde, damit sie Ihn verklagen könnten. 3 Und Er sprach zu dem Menschen mit der verdorrten Hand: Steh auf und tritt in die Mitte! 4 Und Er sprach zu ihnen: Was ist am Sabbat erlaubt: Gutes tun oder Böses tun, Leben retten oder töten? Sie aber schwiegen still. 5 Und Er sah sie ringsum an mit Zorn, betrübt über ihr erstarrtes Herz, und sprach zu dem Menschen: Strecke deine Hand aus! Und er streckte sie aus; und seine Hand wurde wieder gesund. 6 Und die Pharisäer gingen hinaus und hielten alsbald Rat über Ihn mit den Anhängern des Herodes, dass sie Ihn umbrächten.

Den religiösen Führern war die Einhaltung des Sabbats sehr wichtig, weil sie glaubten, wenn ganz Israel nur den Sabbat halten würde, käme der Messias. Welch eine Ironie, da steht Er vor ihnen und sie erkennen Ihn nicht.

Auch Jesus war die Sabbatruhe so wichtig, dass Er bereit war, Sein Leben dafür zu riskieren. Voller Zorn und Unverständnis blickt er auf die religiösen Führer, die Menschengebote höher achteten als GOTTES Gebot (Kapitel 7,6-8) und in ihrer Verblendung ihn nicht als Messias erkennen.

Es ist ihre Hartherzigkeit, die Jesus betrübt und mit Zorn erfüllt. Das wichtigste, dass es auf dieser Erde gibt, sind die Menschen, ihre Beziehung zueinander und zu GOTT. Wo wir irgendetwas über die Beziehung zu den Menschen und zu GOTT stellen, ist Jesus betrübt. Und ja, auch zornig. Zorn an sich ist keine Sünde, denn es gibt ihn, den heiligen Zorn. Wie der Zorn eines englischen Abgeordneten über die Menschenverachtung in seiner Zeit. Sein Zorn machte ihn zum Kämpfer, zum Kämpfer gegen die Sklaverei. Es war ein jahrzehntelanger Kampf, den er aber dann doch gewann. Es sind die zornigen Menschen, die gegen das Unrecht vorgehen und diese Welt verändern.

Doch damals wie heute scheint Jesu Zorn nichts zu erreichen. Die harten Herzen der religiösen Elite konnte Er nicht erweichen, auch nicht mit klugen Argumenten. Und Er weiß genau, welche Pläne sie aushecken, dass sie Ihm ans Leben wollen. Davon lässt Er sich aber nicht einschüchtern und tut, allen Widerständen zum Trotz, das Richtige.

Von den Kanzeln wird viel vom GOTT der Liebe gesprochen, Sein heiliger Zorn dabei oft unter den Teppich gekehrt. Und doch sind es zwei Facetten ein und desselben GOTTES. Seit Jesus für uns in den Tod gegangen ist, leben wir im Zeitalter der Gnade, GOTT ruft jeden Menschen zur Umkehr. Seinen Zorn hat Er für die letzten Tage aufgehoben, dem Tag der Gerechtigkeit. So lange hält GOTT seinen gerechten und berechtigten Zorn schon zurück, dass viele glauben, dieser Tag käme nie. Schauen wir mal, wer am Ende Recht behält…

Wo wir aber das Recht in die eigenen Hände nehmen, in Gesetzlichkeit verharren und die Wunder GOTTES und Seine gute Ordnung aus den Augen verlieren, werden wir hartherzig. Wir dienen GOTT nicht nach den Buchstaben des Gesetzes, sondern nach Seinem Geist, denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig (2. Korinther 3,6b). Es war der Buchstabe des Gesetzes, der Jesus ans Kreuz genagelt hat und der Geist GOTTES, der Ihn wieder lebendig machte.

Und uns, die der Geist auch lebendig gemacht hat, brauchen das Gericht und GOTTES Zorn nicht zu fürchten, denn Jesus hat all‘ unsere Schuld auf sich genommen, die Strafe für uns getragen und unsere Vergebung erwirkt, so dass wir jetzt heilig und rein vor unserem GOTT stehen, wir sind freigesprochen, losgekauft durch das kostbare Blut, das Jesus für uns vergossen hat.

Der Zuspruch im Volk wächst (Vers 7-12)

7 Aber Jesus entwich mit Seinen Jüngern an das Meer, und eine große Menge aus Galiläa folgte Ihm; auch aus Judäa 8 und Jerusalem, aus Idumäa und von jenseits des Jordans und aus der Umgebung von Tyrus und Sidon kam eine große Menge zu Ihm, da sie von Seinen Taten hörten. 9 Und Er sagte zu Seinen Jüngern, sie sollten Ihm ein Boot bereithalten, damit das Volk Ihn nicht bedränge. 10 Denn Er heilte viele, sodass sie über Ihn herfielen, damit Ihn anrührten alle, die geplagt waren. 11 Und wenn Ihn die unreinen Geister sahen, fielen sie vor Ihm nieder und schrien: Du bist GOTTES Sohn! 12 Und Er bedrohte sie hart, dass sie Ihn nicht offenbar machten.

Aus ganz Israel und darüber hinaus läuft das Volk zu Jesus. Selbst von jenseits des Jordan und aus den Gebieten nördlich von Israel strömen die Menschen herbei. Seine Bekanntheit steigt in dem gleichen Maße, wie er von den religiösen Führern abgelehnt wird. Das Volk aber sieht Seine Taten als Wunder GOTTES. Und selbst die unreinen Geister erkennen Ihn als den Sohn GOTTES (vgl. Jakobus 2,19). Jesus ist das gar nicht recht, denn Er erkennt den Neid und die damit einhergehende Bedrohung, die von der religiösen Elite ausgeht. Noch aber ist Seine Zeit nicht gekommen (Psalm 75,3).

Zwölf Freunde (Vers 13-19)

13 Und Er ging auf einen Berg und rief zu Sich, welche Er wollte, und die gingen hin zu Ihm. 14 Und Er setzte zwölf ein, die Er auch Apostel nannte, dass sie bei Ihm sein sollten und dass Er sie aussendete zu predigen 15 und dass sie Vollmacht hätten, die Dämonen auszutreiben. 16 Und Er setzte die Zwölf ein: Simon – ihm gab Er den Namen Petrus – 17 und Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, den Bruder des Jakobus – ihnen gab Er den Namen Boanerges, das heißt: Donnersöhne – 18 und Andreas und Philippus und Bartholomäus und Matthäus und Thomas und Jakobus, den Sohn des Alphäus, und Thaddäus und Simon Kananäus 19 und Judas Iskariot, der Ihn dann verriet.

Jesus setzt Seinen engsten Jüngerkreis zusammen und gibt Ihnen Vollmacht. Sie wird Er nun intensiv lehren und auf den großen Dienst vorbereiten, der noch auf sie wartet. Zwölf ganz unterschiedliche Männer, die einmal in der Kraft Jesu die Welt verändern werden.

Auch uns hat Jesus zu Seinen Jüngern berufen, uns Vollmacht gegeben. Der Auftrag ist der gleiche. In Seiner Kraft sollen auch wir die Welt verändern, das Reich GOTTES zu den Menschen bringen und sie ein bisschen besser hinterlassen, als wir sie vorgefunden haben.

Bevor wir aber nun hinausgehen, sollten wir bedenken, dass Jesus noch etwas anderes wichtiger ist, als unser Dienst. Es geht Ihm und den Vater zuallererst um eine Beziehung zu uns, eine Beziehung voller Liebe, Wärme und Annahme. Aus dieser Liebesbeziehung zu Abba, unserem lieben Vater und zu Jesus, unserem besten Freund, erwächst alles andere. Umgekehrt ist ein Dienst ohne diese liebevolle Beziehung ein totes Werk, das dermaleinst im Feuer verbrennen wird (vgl. 1. Korinther 3,11ff).

In Sorge (Vers 20f)

20 Und Er ging in ein Haus. Und da kam abermals das Volk zusammen, sodass sie nicht einmal essen konnten. 21 Und als es die Seinen hörten, machten sie sich auf und wollten Ihn ergreifen; denn sie sprachen: Er ist von Sinnen.

Jesus ist nun so bekannt, dass so viel Volk zusammenkommt, dass Er nicht einmal mehr in Ruhe essen kann. Seine Familie ist in Sorge. Sie werden Sein Tun sehr genau verfolgt und miterlebt haben, wie Er sich mit der religiösen Elite anlegt. Eine Handlung, die durchaus mit dem Tode bestraft werden konnte und in Jesu Fall auch wird. Sie waren deshalb der Meinung, Er ist von Sinnen, dass Er sich diesem Risiko aussetzt. Die Sorge um Sein Leben vernebelt ihren Verstand so sehr, dass sie sich sogar GOTTES Plan in den Weg stellen wollen.

Mein Freund, lass es nicht zu, dass Gefühle, wie etwa Angst, Dein Handeln bestimmen. Geh voller Mut und Zuversicht vertrauensvoll auf den Weg, den Jesus Dir zeigt.

Keine Vergebung in Ewigkeit (Vers 22-30)

22 Die Schriftgelehrten aber, die von Jerusalem herabgekommen waren, sprachen: Er hat den Beelzebul, und: Durch den Obersten der Dämonen treibt Er die Dämonen aus. 23 Und Er rief sie zu Sich und sprach zu ihnen in Gleichnissen: Wie kann der Satan den Satan austreiben? 24 Wenn ein Reich mit sich selbst uneins wird, kann es nicht bestehen. 25 Und wenn ein Haus mit sich selbst uneins wird, kann es nicht bestehen. 26 Erhebt sich nun der Satan gegen sich selbst und ist mit sich selbst uneins, so kann er nicht bestehen, sondern es ist aus mit ihm. 27 Niemand aber kann in das Haus des Starken eindringen und seinen Hausrat rauben, wenn er nicht zuvor den Starken fesselt; und dann wird er sein Haus ausrauben. 28 Wahrlich, Ich sage euch: Alles wird den Menschenkindern vergeben werden, die Sünden und die Lästerungen, so viel sie auch lästern mögen; 29 wer aber den Heiligen Geist lästert, der hat keine Vergebung in Ewigkeit, sondern ist ewiger Sünde schuldig. 30 Denn sie hatten gesagt: Er hat einen unreinen Geist.

Keine Vergebung in Ewigkeit, gibt es das? Ist Jesus nicht für alle unsere Sünden gestorben?

Ja, schon, aber wer den Heiligen Geist lästert, verspielt die wichtigste Gabe, die ihm von GOTT geschenkt ist. Ohne den Heiligen Geist gibt es keine Sündenerkenntnis, ohne Sündenerkenntnis aber auch keine Vergebung.

Die religiöse Elite hatte sich dieser Sünde schuldig gemacht: Sie schrieben die offensichtlichen Wunder GOTTES Dämonen zu, und dies wider besseres Wissen. Sie hätten eigentlich die ersten sein sollen, die den Messias erkennen. Aber um ihre eigene Macht nicht zu verlieren, wollten sie keine höhere Macht über sich akzeptieren. Wir hatten schon darüber gesprochen: Ihre eigenen Satzungen waren ihnen wichtiger als das Wort GOTTES. Deshalb konnte und durfte Jesus nicht der Messias sein. Seinen Anspruch, GOTTES Sohn zu sein, verwarfen sie als Gotteslästerung.

Wer so den Geist lästert, darf sich nicht wundern, wenn Er ihn verlässt.

Fragst Du Dich, ob Du den Heiligen Geist gelästert hast?

Keine Sorge, solange Du Dir noch diese Frage stellst, bist Du dieser Sünde nicht schuldig geworden. Fragen dieser Art kann man nur mit dem Heiligen Geist stellen…

Ablehnung ist der ständige Begleiter von Jesu Wirken: Von Seiner Familie wird Er abgelehnt, in Seiner Heimatstadt und von der jüdischen Elite. In Gethsemane wird Er von Seinen engsten Freunden aus Angst verlassen, von Petrus verleugnet und schließlich schreit die Masse am Karfreitag: „Kreuzige Ihn!“.

Jesus stellt in Johannes 15,20 fest, dass der Knecht nicht größer ist als sein Herr, „Haben sie Mich verfolgt“, so fährt Er fort: „so werden sie auch euch verfolgen…“. Ablehnung ist Teil des Christenlebens, dies muss nicht immer handgreifliche Verfolgung sein, dass man verspottet und für rückständig gehalten wird, reicht doch schon, oder?

Wer ist mir Bruder oder Schwester, Vater oder Mutter? (Vers 31-35)

31 Und es kamen Seine Mutter und Seine Brüder und standen draußen, schickten zu Ihm und ließen Ihn rufen. 32 Und das Volk saß um Ihn. Und sie sprachen zu Ihm: Siehe, Deine Mutter und Deine Brüder und Deine Schwestern draußen fragen nach Dir. 33 Und Er antwortete ihnen und sprach: Wer ist Meine Mutter und Meine Brüder? 34 Und Er sah ringsum auf die, die um Ihn im Kreise saßen, und sprach: Siehe, das ist Meine Mutter und das sind Meine Brüder! 35 Denn wer GOTTES Willen tut, der ist Mein Bruder und Meine Schwester und Meine Mutter.

Wenn wir unser Leben Jesus geben, beginnt nicht nur ein neues Leben, sondern wir bekommen auch eine neue Familie!

Abba, unser lieber Vater im Himmel, nimmt uns in Seine Familie auf, Er adoptiert uns an Kindes statt. Wir werden zu Königskindern, zu kleinen Prinzen und Prinzessinnen im liebenden Arm des himmlischen Vaters. Gleichzeitig bekommen wir auch eine Menge neuer Geschwister, denn alle, die zum Reich GOTTES gehören, sind uns Bruder und Schwester, wir finden neue Väter und Mütter, die sich unserer annehmen.

Und deshalb ist es unerheblich, wie sich unsere „alte“ Familie zu uns stellt, selbst wenn sie sich wegen unseres Glaubens von uns abwendet. Wir haben mehr gewonnen, als wir jemals verlieren können!

Wie Maria, die Schwester der Martha, sollten wir uns zu Jesu Füßen setzen (Lukas 10,39), uns Zeit nehmen, Ihm zuzuhören, mit Ihm zu reden und Ihn anzubeten. So gewinnen wir Kraft für den Tag, bekommen Orientierung und Wegweisung. Genau wie die Menschen, die damals um Jesus herumsaßen: Sie haben ihre Arbeit ruhen lassen und sich auf das konzentriert, was im Leben wirklich wichtig ist: Die Beziehung zu Jesus.

Bemerkenswert an diesem Bibelabschnitt ist die zu Seiner Zeit einzigartige Stellung Jesu zu Frauen. Sie gehörten und gehören definitiv zu Seinen Jüngern, sie folgten Ihm nach und Er nennt sie hier Seine Schwestern. Das war damals, als die „normalen“ Rabbis nur männliche Jünger hatten, schon etwas Besonderes und sicherlich auch für die religiöse Elite provozierend, und das nicht nur für diese zur damaligen Zeit, sondern auch heute noch, wo vielerorts um die Stellung der Frau in der Gemeinde gerungen wird. In diesem Kontext muss man auch die Aussagen von Paulus sehen, die er in Bezug auf die Frau in der Gemeinde macht. Man darf sie nicht isoliert betrachten und als Mittel zur Unterdrückung der Frau benutzen, sondern muss sie mit Jesu Taten und Reden in Übereinstimmung bringen, sie also in den großen Zusammenhang der gesamten Bibel bringen.

Es ist schon so: Die Bibel, GOTTES Wort, stellt uns manchmal vor Fragen, auf die sie keine definitive Antwort gibt. Wir sind herausgefordert, für uns und unser Leben die entsprechenden Antworten zu finden, mit Hilfe des Heiligen Geistes. Dabei sollten wir immer bereit sein, uns von Ihm und unseren Geschwistern korrigieren zu lassen. Im Himmel werden wir dann erfahren, wie nah wir an der Wahrheit dran waren. Dann können wir auch Paulus fragen, wie er seine umstrittenen Aussagen wirklich gemeint hat. Vermutlich wird er dann den Kopf schütteln und sagen: „Ach, Kinder, wenn ich geahnt hätte, wie sehr ihr mich missversteht. Aber es ist ja nicht nur mir so ergangen, sondern der gesamten Heiligen Schrift. Ich werde es euch erklären…“

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