Ich bin ein Sünder, Du auch?

Inhalt:

Gedanken zum Römerbrief – Kapitel 5

Das Gesetz aber ist hinzugekommen, auf dass die Sünde mächtiger würde. Wo aber die Sünde mächtig geworden ist, da ist die Gnade noch viel mächtiger geworden (Römer 5,20).

Es ist schon erstaunlich, was Paulus hier feststellt: Das Gesetz wurde gegeben, damit die Sünde mächtig würde. Das ist das Gegenteil dessen, was von vielen Kanzeln gepredigt wird, nämlich dass das Gesetz bzw. das Halten der Gebote uns zu besseren Menschen macht. Nichts könnte der Wahrheit ferner sein, schon allein deshalb, weil kein Mensch die Gebote halten kann, also durch sie gerecht wird. Und trotzdem versuchen wir es jeden Tag auf‘s Neue.

Meistens streben wir aber in die umgekehrte Richtung: Wir sündigen, verstoßen also gegen das Gesetz und in der Folge verdammen und verurteilen wir uns. Wir halten uns für schlechte Menschen, weil wir GOTTES Willen zuwider gehandelt haben. Dies trifft die besonders hart, die schon im Glauben stehen, die im Grunde ihres Herzen das Richtige tun wollen und die Sünde verabscheuen.

Uns wurde in vielen Kirchen beigebracht, dass Sünde von GOTT trennt. Und so glauben wir uns von GOTT getrennt, wir glauben, dass Er sich von uns abwendet und uns bestraft für unsere Sünde. So ist das Bild eines missmutigen, von Seinen Kindern enttäuschten Vaters entstanden, der darüber hinaus noch die Rute schwenkt, um uns damit zu züchtigen.

Aber auch hier stellt Paulus dieses religiöse Weltbild auf dem Kopf, wenn er in unserem Eingangsvers sagt: Wo aber die Sünde mächtig geworden ist, da ist die Gnade noch viel mächtiger geworden!

Wer von dieser Gnade gekostet hat, wird ein neuer Mensch, wird frei, frei von Schuld und Verdammnis. Ihm ist vergeben, er ist reingewaschen durch das kostbare Blut von Jesus. Von unseren Herzen fällt ein gewaltiger Ballast ab, mit dem wir uns und unsere Mitmenschen nicht mehr beschweren. Nur wer die Vergebung empfangen und angenommen hat, kann von Herzen seinem Nächsten vergeben und für seine Feinde beten.

Nicht Trennung von GOTT ist dann die Folge von Sünde, sondern das Überfließen der Gnade! Der Vater wendet sich Seinen Kindern zu, besonders in den Momenten, wo sie gefallen sind. Er reicht dem Sünder Seine liebevolle Hand und hilft ihm sanft wieder auf die Beine. Da ist keine Verdammnis, keine Verurteilung für den, der im Leben gestrauchelt ist. Im Gegenteil: Je größer die Sünde, je größer die Gnade.

Und das ist dann Liebe in Aktion. Wir wissen uns geliebt, völlig unabhängig davon, was wir angestellt haben oder noch anstellen werden. Diese Liebe drängt nach außen, lässt uns unseren Nächsten mit den Augen Jesu sehen: ein Sünder ja, mit einer Menge an Fehlern, aber getragen durch die Gnade. Ein Mensch, für den Jesus das höchste Opfer brachte, allein aus Liebe.

Sehen wir die Menschen aber mit Jesu Augen, bleibt es nicht aus, dass wir ihre Sorgen und Nöte bemerken. In Seiner Kraft und Weisheit reichen wir ihnen dann eine helfende Hand und verändern damit die Welt dieser Menschen, wir haben sie ein bisschen besser hinterlassen, als wir sie vorgefunden haben…

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