jesus@home: Von der Dornenkrone zum Siegeskranz

Das Transkript zu unserem ersten interaktiven Online-Gottesdienst vom 19.4.20

Den Anstoß für die heutige Andacht gab für mich das Nachdenken über die Seuche, die unser aller Leben seit Wochen prägt und noch eine ganze Weile weiter beeinflussen wird. Aber keine Angst, ich werde nicht Mutmaßungen darüber anstellen, ob diese Pandemie einen Sinn hat, woher sie kommt und wozu sie gut sein könnte – wir wissen ja, dass GOTT auch aus bösen Dingen Gutes machen kann.

Nein, ich habe über die Bedeutung des Wortes Corona nachgedacht. Der Virus hat seinen Namen von seiner Struktur, die an einen Kranz oder eine Krone erinnert. Über diese Symbole möchte ich heute mit Euch nachdenken.

Ostern liegt gerade hinter uns, vermutlich hat niemand von uns diese Tage je so verbracht wie in diesem Jahr. Aber die Stille der Tage bot in meinen Augen auch die Möglichkeit, den Kern des Festes neu zu erfassen, es bewusster zu erleben.

Ich möchte mit Euch zwei Dinge und ihre Bedeutung für uns und unser Leben in den Blick nehmen:

  • Die Dornenkrone
  • Die Königskrone

Das Bild der Dornenkrone ist für uns untrennbar mit Ostern verbunden. Der Sohn des Höchsten wurde zum Spott damit ‚gekrönt‘, als er vor seiner Kreuzigung gefoltert wurde. Mein Mann Joseph hat in den vergangenen Wochen mehrere Andachten zu Ostern geschrieben. Zwei Kerngedanken waren dabei: Jesus wurde geboren, um für uns zu sterben und er starb, damit wir leben können.

Paulus schreibt im Brief an die Philipper in Kap. 2,6-9: Jesus Christus war genau so wie Gott und hielt es nicht gewaltsam fest, Gott gleich zu sein. Er legte alles ab und wurde einem Sklaven gleich. Er wurde Mensch und alle sahen ihn als Menschen. Er erniedrigte sich selbst und gehorchte Gott bis zum Tod – zum Verbrechertod am Kreuz. Darum hat Gott ihn über alles erhöht und ihm den Namen geschenkt, der über allen Namen steht.

Jesus gehört die Würde eines Königs, ja, eines Königs der Könige, wie es im Buch der Offenbarung heißt. Kap. 19,11: Und ich sah den Himmel geöffnet und siehe, ein weißes Pferd, und der darauf saß, heißt ‚Der Treue und der Wahrhaftige‘, und in Gerechtigkeit richtet und kämpft er.

Vers 16: Und er trägt an seinem Gewand und an seiner Hüfte den Namen geschrieben: ‚König der Könige und Herr der Herren‘.

Bei Jesu Geburt hatten die Weisen aus dem Morgenland, aus Babylon, erkannt, dass Israel ein König geboren wurde. Sie kamen, um ihn zu ehren und ihm kostbare Geschenke zu überreichen. Eines dieser Geschenke, die Myrrhe, war dabei schon ein Hinweis auf Jesu Tod am Kreuz.

Es war Pilatus, der römische Statthalter, der am Kreuz Jesu eine Tafel anbringen ließ, auf der in 3 Sprachen zu lesen war ‚Jesus von Nazareth, König der Juden‘. In hebräischer Sprache war diese Inschrift besonders brisant, denn die Anfangsbuchstaben der 4 Wörter lesen sich genauso wie der Name Gottes: JHWH.

Gott selbst, der König der Könige, gab sein Leben und seine Macht auf, um uns zu dienen und uns zu erlösen. Können wir das jemals ganz begreifen?

Was bedeutet sein Opfer, dieser gewagte Schritt der Liebe, der Jesus alles gekostet hat, im Einzelnen für mich, für uns? 6 Schritte auf dem Weg von der Dornenkrone zur Königskrone dürfen wir durch sein Opfer tun.

  1. Der Schritt vom Tod zum Leben

Jesus sagt in Johannes 5,24: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist vom Tod zum Leben hindurch gedrungen. Mein Leben ist also nicht mehr begrenzt auf das, was ich auf der Erde erlebe und durchlebe. Es hat Sinn und Wert, ja, es wurde teuer erkauft. Ich bin von Gott geschaffen, geliebt, geführt, getragen, und eines Tages kehre ich zu ihm zurück und darf ihm nahe sein – in einer Ewigkeit, die nicht endlos, sondern zeitlos ist.

2. Der Schritt von der Schuld zur Vergebung, von der Strafe zur Freiheit

Werden wir schuldig, wenn wir uns keiner Schuld bewusst sind und ein im Großen und Ganzen rechtschaffenes Leben führen? Nach den Maßstäben Gottes, der uns Gesetze gegeben hat, damit wir im Frieden mit ihm und mit unseren Mitmenschen leben, werden wir immer wieder neu schuldig. Niemand kann Gottes Gesetz ganz erfüllen. Nur Jesus war dazu in der Lage, weil er ganz eins war mit seinem Vater. Weil Er unsere Schuld am Kreuz auf sich genommen hat – alles, das wir bereits falsch gemacht und versäumt haben, alles, dessen wir je noch schuldig werden könnten – sind wir frei.

In Psalm 31 heißt es: Ich freue mich und bin fröhlich über deine Güte, dass du mein Elend ansiehst […] du stellst meine Füße auf weiten Raum.

3. Der Schritt vom Versagen zur Gnade

Wenn ich ehrlich bin, so habe ich, bevor ich mit 28 Jahren Christus fand, mich selten schuldig oder als Versagerin gefühlt. Weit öfter habe ich mich als Opfer empfunden, von Geschehnissen oder Schicksalsschlägen. Heute, nach vielen Jahren mit Jesus, brauche ich seine Gnade nötiger als je zuvor. Ich habe in vielen Bereichen meines Lebens versagt, immer wieder. Dass ich die Schuld, die ich auf mich geladen habe, nicht tragen muss, dass mir vergeben ist, kann ich heute ganz anders wahrnehmen als damals. Gnade – ist kein altmodisches Wort, sondern echte Realität, nicht nur für mich, sondern für jede und jeden, die sich auf diese Weise von Gott beschenken lassen.

Titus 3,7: So sind wir allein durch seine Gnade von aller Schuld befreit. Als seine Kinder und Erben dürfen wir jetzt die Hoffnung auf das ewige Leben haben.

4. Der Schritt von der Angst zur Liebe

Römer 8,38f.: Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendein anderes Geschöpf uns zu scheiden vermag von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.

Das sind gewaltige Worte, die Mut machen. Im 1. Brief von Johannes (4,16-18) heißt es dann auch, dass vollkommene Liebe, wie sie uns in Gott begegnet, alle Angst vor Strafen und Gottes Gericht vertreibt. Seine Liebe ist grenzenlos. Wir dürfen sie immer wieder für uns annehmen und weitergeben.

5. Der Schritt vom Schmerz zur Heilung

Psalm 147,3: Er heilt, die zerbrochenen Herzens sind, und lindert ihre Schmerzen.

Viele von uns, auch mein Mann und ich, sind mit äußeren und inneren Verletzungen zu Gott gekommen. Ich zum Beispiel habe gedacht, dass mein Hang zum Grübeln und Neigung zur Traurigkeit einfach weg sein würde, wenn ich durch Jesus ein neuer Mensch geworden bin. Bei manchen Wunden braucht die Heilung aber viel Zeit, Geduld, Gebete und manchmal auch professionelle Unterstützung. Dennoch habe ich im Laufe der Jahre auch Heilungswunder erleben dürfen, die mir oder Anderen geschehen sind. Die Erinnerung daran vertieft das Vertrauen zu Jesus als unserem Arzt und macht Mut in schwierigen Zeiten.

6. Der Schritt von der Trauer zum Jubel

Jeremia 31,13: Die Mädchen tanzen im Reigen, die jungen Mädchen und die Alten feiern miteinander. Denn ich verwandle ihre Trauer in Freude, ich tröste sie und mache sie wieder froh nach all ihrem Leid.

Manchmal komme ich mir vor wie die Jünger auf dem Weg nach Emmaus. Sie haben gehört, dass Jesus auferstanden ist, aber sie können es nicht glauben. Sie erinnern sich an alles, was sie mit Jesus erlebt haben, aber sie haben keine Hoffnung für ihre Zukunft. Doch dann, wie aus dem Nichts, tritt Jesus zu ihnen. Er spricht mit ihnen, ermahnt und lehrt sie und macht sie wieder froh. Selbst als er sie später am Abend genauso plötzlich wieder verlässt, bleibt ihre Freude und macht sie so stark, dass sie mitten in der Nacht nach Jerusalem zurück laufen und Allen davon erzählen.

Ich bin nun schon viele Jahre mit Jesus unterwegs. Eine schwere Depression hat mir im vergangenen Jahr manchmal den Blick darauf verstellt, dass Jesus immer noch an meiner Seite ist und einen guten Plan für mein Leben hat. Zur Konfirmation wurde mir Vers 3 aus Psalm 23 zugesprochen:

Er gibt mir neue Kraft. Er leitet mich auf sicheren Wegen und macht seinem Namen damit alle Ehre.

Darauf kann ich mich verlassen, in jeder Lebenslage.

In dem Lied: Ich möcht‘, dass einer mit mir geht aus dem Ev. Gesangbuch heißt es: Ich möchte, dass einer mit mir geht, der ‚s Leben kennt, der mich versteht, der mich zu allen Zeiten kann geleiten. Dieser Wunsch wird dann auch für schwere Zeiten ausgesprochen. In Vers 4 wird dieser Begleiter dann beim Namen genannt: Sie nennen ihn den Herren Christ, der durch den Tod gegangen ist, er will durch Leid und Freuden mich geleiten. Ich will, dass er auch mit mir geht.

Wenn wir Gottes Geschenk annehmen und die weiteren Schritte unseres Lebens mit ihm gehen, ändert sich Vieles. Wir sind Erben der Gnade und Gottes Kinder. Wir dürfen Gott Papa nennen. Wir sind Königskinder, Prinzen und Prinzessinnen. Die Dornenkrone hat uns das Recht erwirkt, selbst eine Königskrone zu erhalten! Gott sei Dank für seine Liebe.

Ich möchte schließen mit einem Vers aus Jesaja 28,5:

Der Tag wird kommen, an dem der Herr, der Herrscher der Welt, für die Überlebenden seines Volkes eine prachtvolle Krone sein wird und ein schmückender Kranz.

Wenn Du beim nächsten Mal dabei sein möchtest, dann klick Dich rein: www.jesusathome.de

Ein Kommentar zu „jesus@home: Von der Dornenkrone zum Siegeskranz

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s